Mitarbeiterstory Adelbert «Ali» Hagen

Der Mann, der den Maschinenpark im Kopf hat

Wenn Ali erzählt, hört man 40 Jahre Volken-Geschichte. Er ist einer, der nicht viel Aufhebens um sich macht, aber genau weiss, wo der Hammer hängt – oder der Schraubenschlüssel. Vom Betonpumpen-Fahrer zum Chef der Werkstatt: Adelbert «Ali» Hagen war über vier Jahrzehnte das technische Gedächtnis der Firma. Eine Geschichte über Respekt vor Maschinen, Chefs in Kinderschuhen und warum man im Ruhestand Hubschrauber baut.

Es begann an einem Montagmorgen, kurz und schmerzlos. Ali hatte gerade eine halbe Saison auf dem Dreiachser hinter sich, als Josi vor ihm stand, ihm einen Schlüsselbund in die Hand drückte und sagte: „So, jetzt gehst du pumpen.“ Ali fackelte nicht lange. Rund zehn Jahre bediente er die Betonpumpe, bevor das Schicksal – und ein Hochwasser in der Betonanlage Brig – ihn in die Werkstatt führten. Was als Aushilfe beim Schweissen und Schlossern begann, endete auf dem Chefsessel der Werkstatt. Sein Motto blieb dabei immer das gleiche: „Die Fahrzeuge müssen einfach laufen.“

60 Anrufe und ein „kleines Irrenhaus“ Wer Ali in seinem Büro besuchte, brauchte starke Nerven. „Manchmal fühlt es sich an, als würde man ein kleines Irrenhaus leiten“, lacht er heute. Wenn das Telefon 60 bis 70 Mal am Tag klingelte und das halbe Oberwallis etwas von ihm wollte, lief Ali zur Hochform auf. Sein Computer war sein Kopf. Über 100 verschiedene Fahrzeugmarken, Ersatzteile, Eigenheiten – Ali schrieb sich kaum etwas auf, er wusste es einfach. „Wenn mich jemand gefragt hat, kannte ich die Lösung. Aber wenn keiner fragt, kann ich es auch nicht weitergeben“, beschreibt er die Herausforderung, dieses enorme Wissen nun am Ende seiner Laufbahn zu übermitteln.

„Ich behandle die Sachen so, als wären sie meine eigenen. Einmaliger Schaden ist okay, aber wenn etwas immer wieder kaputtgeht, muss ich deutliche Worte finden. Zu nachgiebig darf man nicht sein.“

Ali war bekannt für seine direkte Art. Er ist keiner, der danebensteht und schweigt, wenn mit dem Material schlecht umgegangen wird. Doch seine Kollegen wussten: Hinter der harten Schale steckt ein verlässlicher Kern. „Wenn man den Leuten entgegenkommt, sind sie auch fair zu dir“, sagt Ali. Ob im Winterdienst, den er 10 bis 15 Jahre leistete, oder bei Notfällen – wenn es brannte, nahm Ali das Telefon ab.

Als die Chefs noch Kinder waren

Wie tief Ali mit der Volken Group verwurzelt ist, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Die heutige Geschäftsleitung kennt er noch aus Zeiten, als sie kaum über das Lenkrad schauen konnten. „Ich hatte sie alle vier in Fiesch auf der Pumpe“, erinnert er sich schmunzelnd. „Damals musste ich ihnen sagen, dass sie mir nicht im Weg stehen sollen.“ Dass er diesen Kindern Jahrzehnte später als Werkstattchef gegenübersass, macht ihn stolz. Es ist dieses familiäre Gefühl, das bleibt: „Nach über 40 Jahren fühlt es sich fast wie eine Familie an.“

Vom Werkstatt-Stress zum Höhenflug

Jetzt, wo er den Schlüssel endgültig weitergegeben hat, tauscht Ali die schweren Maschinen gegen filigranste Technik. In seiner Freizeit baut er Modellhubschrauber – technische Meisterwerke mit bis zu 1,8 Metern Rotordurchmesser, die er komplett selbst konstruiert und einstellt. „Vom Kopf zu den Händen, das ist das beste Training“, erklärt er begeistert.

Langweilig wird es ihm sicher nicht. Seine sieben bis acht Bienenvölker warten auf das neue Bienenhaus, zwei Wohnungen werden renoviert und die Skier stehen bereit. Und wenn man Ali mal sucht, findet man ihn vielleicht auf dem Weg nach Ernen – zu Fuss, für ein wohlverdientes Apéro. „Ich hoffe, dass alles gut weiterläuft und wünsche meinem Nachfolger und dem Team nur das Beste“, sagt Ali zum Abschied. Ganz ohne Wehmut, aber mit viel Stolz auf das Geleistete.

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