Mitarbeiterstory Reini Fux

Zwischen Kabine und Koordination

Auf dem Armaturenbrett sitzen zwei Füchse nebeneinander. Der eine ist seit zwanzig Jahren im Dienst, der andere neu dazugekommen. Reinhard Fux, von allen nur Reini genannt, ist Leiter Überlandtransporte bei der Volken Group. Sein Arbeitsplatz hat vier Räder, Standheizung und Standklima. Seit 1989 ist er Teil des Unternehmens. In den siebenunddreissig Jahren haben sich die Fahrzeuge, die Technik und die Strassen verändert. Sein Antrieb nicht.

Reini führt ein Team von drei Chauffeuren, die gemeinsam den Überlandtransport abwickeln. Er disponiert, er plant, er fährt selbst mit. Für ihn ist das kein Widerspruch. „Ich habe halt nicht nur meine Aufgaben, ich muss die der anderen auch organisieren." Wenn viel zu koordinieren ist, fährt er lieber in die Deutschschweiz. Die Strecken sind länger, die ruhigen Fenster zwischen zwei Anrufen auch. Genau diese Fenster braucht er zum Planen. Dazwischen läuft ein Podcast, meist Sport oder Politik. „Mich interessiert nicht nur die Oberfläche, sondern das Hintergrundwissen." Erfahrung, sagt er, zeige sich auf der Strasse.

„Mu tüet erfahru, wier tie fahru, wier si Fahrer."

Die Anfänge liegen lange zurück. Franz-Josef Volken, der Gründer, hatte damals eine Getränkefirma, die Gewag. Ein paar Chauffeure belieferten Restaurants, ein paar fuhren für die Baustellen. „Früher waren wir noch viel kleiner. Es war familiärer. Wir waren einfach Lieferanten, wir hatten noch nicht so viele andere Geschäfte." Gerade deshalb, erzählt Reini, konnten sie damals viele Firmen in der Region mit Material beliefern.

Auch die Kommunikation sah anders aus. Das erste Gerät, das Reini bekam, war ein Piepser. Wenn dieser leuchtete, fuhr er zur nächsten Telefonkabine und rief das Büro an. Die Routen suchte er sich von Hand aus einem Stapel Karten, die hinten im Führerhaus lagen.

Heute hat Reini ein Navi, Standklima und einen Frigor in der Kabine. „Die Fahrzeuge, die wir heute haben, sind ein Traum." Eine Entwicklung sieht er allerdings kritisch. Er fasst sie in einen einzigen Satz, der fast schon Lebensphilosophie ist.

„Hittu heiwer alles, aaalleess. Nur kei Zit, alli hent Stress."

Gegen den Stress hat Reini seine Rituale. Jeden Morgen ein Apfel oder eine Karotte. Und seine Begleiter. Der alte Fuchs fährt seit zwei Jahrzehnten mit. Als der neue Camion kam, wollte Reini ihn nicht zurücklassen. Seitdem sitzen sie zu dritt in der Kabine. Und nicht immer einer Meinung. „Manchmal heiwer hängert."

 

 

Zu den Highlights seines Berufslebens gehören die langen Touren. Zwei Tage nach Ravenna ans Meer. Drei Tage mit einem Pistenfahrzeug ins Südtirol. Turbinentransporte gehören ebenfalls dazu. Reini kommt in Orte, in die man sonst nie kommt, und lernt Menschen kennen, die er sonst nie treffen würde.

 

 

 

Den Ausgleich findet er in Bewegung. Er läuft viel, den Suonen nach, den Bärgjiwäg, manchmal einfach nur durch Visp West. Im Sommer geht es auf den Töff, einen Chopper. „So ein Traktor, einfach langsam." Ein paar Pässe in Italien, Frankreich oder Südtirol. Für richtige Ausfahrten braucht man Zeit, vier, fünf Tage. Und genau die nimmt er sich.

 

Was Reini einem Neuen mitgeben würde, der bei Volken als Chauffeur anfangen will, ist keine lange Liste. Flexibel sein. Gern unterwegs sein. Interesse mitbringen, für die Strecke, für die Menschen, für das, was nebenbei passiert. „Mich interessiert nicht nur die Oberfläche." Dieser Satz gilt bei ihm nicht nur für Podcasts.

 

Nach siebenunddreissig Jahren bei Volken weiss Reini, was sich verändert hat und was gleich geblieben ist. Die Technik ist besser geworden, die Wege sind schneller, die Kommunikation ist unmittelbar. Aber der Kern des Jobs ist derselbe wie 1989. Zuhören, was gebraucht wird. Liefern, was vereinbart ist. Und unterwegs die Augen offen halten für das, was nicht alltäglich ist. Begleitet von zwei Füchsen.

Interessiert dich mehr als nur die Oberfläche?

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